Auf der neuen, weltweit einzigartigen Rollendruckmaschine
können verschiedene Druckverfahren wie Offset-, Flexo-, Tief-
und Siebdruck sowie InkJet entweder gleichzeitig oder in variabler
Reihenfolge eingesetzt werden. Die so entstehende
Prozessintegration soll nach und nach mit interessierten Partnern
in industrielle Verfahren umgesetzt werden. Damit ist die Anwendung
der Drucktechnologien auch außerhalb der Printmedienbranche
gemeint. Die Applikationen entstehen dabei auf Substraten wie
Papier, Folie oder Karton.
Als erste Umsetzung wurde bei den Feierlichkeiten eine
einfache Anzeige gezeigt, die mittels Kombinationsdruck elektrische
Leiterbahnen und Thermochromfarben auf einer Folie aufbrachte. Beim
Anlegen einer Spannung ändert das thermochrome Material seine
Farbigkeit.
"Wir wollen die Grenzen der Drucktechnologien besser
verstehen, um neue Möglichkeiten mit diesen Verfahren zu
entwickeln. Die Herausforderungen leiten sich dabei aus den
physikalischen Notwendigkeiten wie Auflösung und Schichtdicken
ab", erklärte Professor Dr. Edgar Dörsam, Leiter des IDD.
Zunehmende Bedeutung gewinnen der technologische Trend der
gedruckten Elektronik einerseits und der automatischen
Identifikationsmöglichkeiten wie RFID (Radio Frequency
Identification) andererseits.
"Wir freuen uns, mit dem IDD und damit mit der Technischen
Universität Darmstadt den richtigen Projektpartner im
richtigen Umfeld gefunden zu haben", bestätigte Manfred
Jurkewitz, Leiter Forschung und Entwicklung bei Heidelberg. "Durch
den Know-how-Aufbau beim Drucken von funktionalen Materialien
wollen wir uns auf längere Sicht gesehen neue
Geschäftsfelder erschließen, zum Nutzen unserer Kunden
und deren Kunden", so Jurkewitz weiter. Wichtig ist daher der
Dialog mit innovativen Verpackungs- und Akzidenzdruckern sowie mit
Lieferanten aus Chemie und Substratherstellern.
Drucken für zukünftige Anwendungen
Normalerweise werden Farben oder Lacke auf Papier oder Karton
gedruckt, so dass ein farbiges Bild entsteht. Beim Drucken
funktionaler Materialien kommt es aber auf deren
physikalisch-chemische Eigenschaften an. Beispiele sind die
Fähigkeit, Strom zu leiten, aus Licht elektrische Energie zu
erzeugen (Fotovoltaik) oder die Energiespeicherfähigkeit, um
Batterien zu generieren. Funktionale Materialien können auch
haptische oder sensorische Eigenschaften besitzen. So gibt es heute
schon die verschiedensten Duftlacke, bei denen durch Reiben Stoffe
freigesetzt werden, die nach Orangen oder Kaffee duften. "Unsere
Motivation ist kurz- und mittelfristig die anwendungstechnischen
Entwicklungen für die Printmedien-Industrie. Langfristig
erwarten wir neue interessante Potentiale auch außerhalb
dieser Branche", fasst Dr. Martin Schmitt-Lewen, Projektleiter und
zuständig bei Heidelberg für die Bewertung neuer
Technologien, zusammen.
Forschungskonzept des Fachgebiets IDD an der TU Darmstadt
Die Forschung auf dem Gebiet "Gedruckte Funktionalität"
ist sehr interdisziplinär. Es gibt eine enge wissenschaftliche
Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Materialwissenschaft
(Materialentwicklung, Charakterisierung), Chemie
(Materialentwicklung, Formulierungen) und Elektrotechnik (Design,
Messtechnik, Applikation) der TU Darmstadt.
Seit 1. Oktober 2007 ist das Institut für Druckmaschinen
und Druckverfahren an einem neuen Projekt des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung unter dem Titel "MaDriX -
Entwicklung von gedruckter Elektronik der 2. Generation" beteiligt
und kooperiert mit namhaften Firmen.
Innerhalb des Fachbereichs Maschinenbau, zu dem das Institut
IDD gehört, gibt es zahlreiche Forschungsprojekte mit Bezug zu
Druckmaschinen - so kooperieren Fachgebiete auf den Feldern Papier,
Strömungen, Schwingungen, Werkstoffverhalten und Werkstoffe.
Weltweit bietet die TU Darmstadt als einzige Universität eine
Kombination von Forschung für Papier und Druck.
Bild 1:
Zahlreiche Gäste feierten die Eröffnung der
gemeinsamen Forschungsplattform der TU Darmstadt und Heidelberg.
Bild 2:
Professor Dr. Edgar Dörsam, (rechts), Leiter des
Instituts für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) und
Manfred Jurkewitz, Leiter Forschung und Entwicklung bei Heidelberg,
starten gemeinsam die Druckdemonstration auf der Gallus RCS 330-HD.
Bild 3:
Freuen sich auf eine erfolgreiche Forschungszusammenarbeit
(von rechts nach links): Martin Haas, wissenschaftlicher
Mitarbeiter des IDD, Manfred Jurkewitz, Leiter Forschung und
Entwicklung bei Heidelberg, Dr. Martin Schmitt-Lewen, Projektleiter
Heidelberg, Professor Dr. Edgar Dörsam, Leiter des IDD und
Joachim Sonnenschein, Leiter Print Application/Customizing bei
Heidelberg.
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Heidelberger Druckmaschinen AG
Unternehmenskommunikation
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